Autorin: Andrea Weber • Dauer: 4 Minuten • 


„Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“* Vielleicht fragen Sie sich, von wem dieses Zitat ist, vielleicht kennen Sie es und wissen, von wem es stammt.

Es ist mir vor kurzem begegnet und hat mich zum Nachdenken gebracht. Und ich möchte Sie einladen, zusammen mit mir ein paar Fragen und Gedanken dazu wirken zu lassen.

Zuerst fragte ich mich: welcher Anfang?

Heute fällt mir dazu als erstes der 21.3. ein, der Frühlingsanfang, der gestern war. Jede Jahreszeit hat einen kalendarischen Anfang und ich kann mich gut erinnern, dass schon viele von diesen Jahreszeitenanfängen im Alltäglichen untergegangen sind. Geht es Ihnen auch so?

  • Jede Woche hat ein Wochenanfang, morgen ist dieser. Und „wissen“ Sie schon, was diese neue Woche an Erfahrungen für Sie beriet hält?
  • Jeder Tag beginnt jeden Morgen neu. Und dadurch dass unsere Tage oft durchgetaktet sind, bekommen wir ein Gefühl der Vorhersagbarkeit der Ereignisse und Kontrolle über diese.
  • In jedem Augenblick können wir Neues erleben.

Dann fragte ich mich: welcher Zauber? Was fällt Ihnen dazu ein?

  • Vielleicht ein kurzer Moment des Staunens über eine Situation, die sich nur minimal vom bisher Erlebten unterschieden hat und sie innerlich „aufhorchen“ ließ? Wie konnte dies geschehen?
  • Vielleicht eine kleine Freude über die vielen funkelnden Sterne am klaren Himmel, und die Dankbarkeit, dies sehen zu können, da es nur wenige Lichter drum rum gibt.

Auch wenn wir erwachsen sind, können wir uns staunend unseren Erfahrungen zuwenden, so wie es Kinder tun – ohne vorgefasste Meinungen, ohne an Prägungen und bisherigen Sichtweisen, an Glaubenssätzen festzuhalten, woher diese auch kommen mögen. Dazu müssen wir sie kennen und uns ihrer Wirkungen bewusst sein.

Ich möchte Sie einladen, immer wieder neu, mit „frischem“ Blick zu

  • sehen, vielleicht die Blüten, die wie Farbtupfer die Natur bereichern.
  • hören, vielleicht die Vögel morgens nach dem Aufwachen oder das Lied im Radio auf der Fahrt zur Arbeit
  • schmecken, den ersten Kaffee oder Tee am Morgen.
  • denken, vielleicht ohne die Einstellung, „das kenne ich schon“
  • und eine andere Perspektive einzunehmen.

Ich möchte Sie einladen, ganz einfach – neugierig und offen zu sein. Das gelingt nicht immer, aber wir können es versuchen, immer wieder.

Im Zen gibt es den Begriff des Anfänger-Geistes, der genau dies beschreibt. Bekannt wurde er durch Shunryu Suzuki, einem Zen-Meister. Aus seinem Buch: Zen-Geist, Anfänger-Geist stammt das Zitat: „Im Anfänger-Geist gibt es viele Möglichkeiten, im Geist des Experten nur wenige.“ Dies macht es vielleicht etwas deutlicher, was gemeint ist.

Ich wünsche Ihnen einen neugierigen Start in die Woche.

*Hermann Hesse

Ihre  Andrea Weber