Autorin: Andrea Weber • Dauer: 5 Minuten • 


Gute Vorsätze. Es ist Februar. Zu Beginn des Monats sind mir ein paar Artikel aufgefallen, die sich mit den guten Vorsätzen und Wünschen für das neue Jahr beschäftigten. Es scheint, daß es immer dieselben „Kandidaten“ sind, die es in die Hitliste der guten Vorsätze schaffen: mehr Bewegung, mehr Schlaf, gesündere Ernährung, weniger Süßes, weniger Nikotin, weniger Bildschirmzeit. Und dann gibt es auch noch den „Dry January“.

Es lohnt sich, dies etwas genauer anzuschauen und nicht einfach als Routine zum Jahreswechsel abzuhaken, einen Vorsatz zu formulieren, um dann nach ein paar Wochen zu bemerken, wie die Alltagsgeschäftigkeiten dieses Vorhaben torpediert haben. Zurück bleibt das Gefühl, gescheitert zu sein.

Gute Vorsätze

Diese guten Vorsätze kommen nicht aus dem Nichts.

Vielleicht haben Sie sich ja auch etwas für 2026 vorgenommen und irgendetwas hat Sie dazu gebracht. Wenn Sie innerlich einen Schritt zurück treten und sich fragen: was war vor diesem Entschluss, etwas zu verändern? Was fällt Ihnen dann ein? War da zum Beispiel eine Unzufriedenheit oder der Wunsch nach mehr Freude, nach mehr Lebendigkeit?

Und nun möchte ich Sie einladen, sich Folgendes vorzustellen: wie fühlen Sie sich, wenn Sie geschafft haben, was Sie sich vorgenommen hatten. Lassen Sie sich etwas Zeit dafür. Und dann lassen Sie sich dieses Gefühl mit jeder Zelle Ihres Körpers wahrnehmen – diese Freude, diese Lebendigkeit, diese Ausgeglichenheit, diese Zufriedenheit. Genau so fühlt sich an, was Sie erreichen möchten. Speichern Sie dieses Körpergefühl so gut es geht ab.

Kehren wir nun zu Ihrem Vorsatz zurück. Egal, ob es das Mehr an Bewegung oder das Weniger an Süßem ist, es ist außerhalb des bisherigen Handlungsmusters und dem sog. Komfortbereich. Und je deutlicher der Unterschied zwischen dem bisherigen und künftigen Verhalten ist, desto deutlicher kann sich Widerstand bemerkbar machen.

Bitte nicht füttern!

Um diesen Widerstand nicht zu “ füttern“, hilft es kleine Veränderungen sog. Mikro- Veränderungen zu etablieren. Zum Beispiel: wenn mehr Bewegung Ihr Vorhaben ist, dann bieten sich kurze Bewegungseinheiten, sog. Snacks an und nicht mehrmals pro Woche laufen mit einem Marathon als Ziel. Je weniger „Aufwand“ notwendig ist, desto weniger Hürden sind zu überwinden, desto eher lässt es sich in den Alltag integrieren, wie zum Beispiel ein kurzer Spaziergang in der Mittagspause.

Die Frage: „Was tut mir gut?“ kann Ihnen weiterhelfen, das für Sie Passende zu finden. Können Sie sich jetzt, wenn Sie dies lesen, an das Körpergefühl erinnern, das Sie spüren, wenn Sie erreicht haben, was Sie sich vorgenommen haben? Das ist Ihr Ziel.

Scheitern

Da der Alltag vielfältigste Ablenkungen bereit hält, kann es sein, dass Sie dieses Ziel „aus den Augen verlieren“, also scheitern. Dieses Scheitern gehört dazu und fühlt sich nicht gut an. Wie gehen Sie normalerweise damit um? Sollten Sie sich dafür verurteilen, fügen Sie zu Ihrem Scheitern noch die Selbstverurteilung hinzu und fühlen sich dadurch noch schlechter. Was macht dies nun mit Ihrer Motivation, Ihr Ziel erneut ins Auge zu fassen?

Eine andere Möglichkeit, mit dem Scheitern umzugehen ist, sich zu überlegen, was zum Scheitern geführt hat und Verständnis dafür zu haben, dass Sie gescheitert sind. Wir sind alle Menschen und deshalb nicht perfekt.
Diese Haltung dem Scheitern gegenüber wirkt sich auf Ihre Motivation aus. Sie bereitet quasi den Weg, es immer wieder anzugehen, z.B das Mehr an Bewegung mit kleinen Veränderungen im Alltag zu etablieren.

Wer weiß, was daraus entsteht.

Ihre  Andrea Weber