Autor: Thomas Schönmetz • Dauer: 5 Minuten •
Miteinander in Verbundenheit arbeiten: Teamarbeit unter Achtsamkeitsgesichtspunkten.
„Zusammenkommen ist ein Beginn, zusammenbleiben ist ein Fortschritt, zusammenarbeiten ist ein Erfolg.“ – Henry Ford
In unserer heutigen Arbeitswelt, in der Projekte sich überschlagen und Zeit als knappe Ressource gilt, droht das stille Wesen der Achtsamkeit oft unterzugehen. Doch gerade im Kontext von Teamarbeit liegt in ihr ein kostbarer Schatz. Denn Achtsamkeit – verstanden als gegenwärtiges, nicht wertendes Gewahrsein – verleiht der Zusammenarbeit Tiefe, Respekt und Präsenz.
Der Mensch im Mittelpunkt
Teamarbeit beginnt nicht bei Methoden oder Tools, sondern beim Menschen. Wer achtsam im Team arbeitet, sieht im Gegenüber nicht nur die Rolle oder Funktion, sondern den Menschen mit all seinen Erfahrungen, Bedürfnissen und Begrenzungen. Ein solches Menschenbild führt automatisch zu mehr Verständnis, zu weniger vorschnellen Urteilen – und zu echter Verbindung. Früher, in kleinen Handwerksbetrieben oder Familienunternehmen, war dies selbstverständlich: Man kannte einander, hörte zu, half sich. Heute dürfen wir diese Haltung bewusst kultivieren.
Präsenz im Miteinander
In der achtsamen Teamarbeit geht es nicht nur um was wir tun, sondern wie wir einander begegnen. Präsenz bedeutet, im Gespräch wirklich da zu sein – ohne nebenher E-Mails zu checken oder innerlich schon bei der nächsten Aufgabe zu sein. Wer zuhört, ohne sofort zu bewerten, öffnet Räume: für neue Ideen, für ehrliche Rückmeldungen, für echtes Miteinander. Hier entsteht Vertrauen – die stille Grundlage jeder erfolgreichen Zusammenarbeit.
Umgang mit Konflikten
Konflikte sind in Teams unvermeidlich – sie gehören zum sozialen Miteinander wie das Salz zur Suppe. Achtsamkeit hilft, Konflikte weder zu verdrängen noch eskalieren zu lassen. Sie lädt ein, innezuhalten: Was spüre ich gerade? Was braucht mein Gegenüber wirklich? Diese innere Haltung ermöglicht einen respektvollen Umgang mit Differenzen, ohne ins Rechthaben oder Abwerten zu verfallen. Auch hier lohnt ein Blick zurück: Früher nahm man sich Zeit, Dinge „auszusprechen“ – ein Wort, das wir heute wieder mit Leben füllen sollten.
Rituale der Achtsamkeit im Teamalltag
Achtsamkeit lebt von der Praxis. Kleine Rituale können im Arbeitsalltag Großes bewirken:
- Check-ins vor Meetings: Eine kurze Runde – „Wie komme ich gerade an?“ – schafft Verbindung und Ankommen im Hier und Jetzt.
- Atempausen zwischendurch: Drei bewusste Atemzüge vor einer schwierigen Entscheidung oder einem Gespräch verändern die innere Haltung.
- Wertschätzungsrunden: Wer regelmäßig benennt, was gut läuft, stärkt die Teamkultur auf Dauer.
Diese Formen sind keine Esoterik, sondern gelebte Menschlichkeit – früher selbstverständlich, heute bewusst gepflegt.
Fazit: Achtsamkeit als Haltung
Achtsame Teamarbeit ist kein „Tool“, das man einführt, sondern eine Haltung, die wächst – mit jeder Begegnung, jedem Gespräch, jedem bewusst gesetzten Moment der Stille. Sie erfordert Mut zur Langsamkeit, Offenheit und die Bereitschaft, sich selbst wie andere immer wieder neu zu sehen. Aber sie schenkt uns etwas Kostbares: eine Arbeitswelt, in der Menschen nicht nur leisten, sondern wirklich miteinander wirken.
Ihr Thomas Schönmetz






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