Autorin:  Sibylle Schiller • Dauer: 5 Minuten • 


Hier schreibe ich oder wie Pippi Langstrumpf sagt: Das habe ich noch nie vorher versucht, also kann ich das!

Habt

Ihr Euch beim Lesen schon einmal gefragt, wer eigentlich hinter diesen Zeilen steht? Wer hier schreibt, Gedanken teilt und Impulse gibt? Vielleicht habt Ihr ein Bild gesehen oder eine kurze Vita gelesen. Doch hinter Worten steht immer auch ein Mensch, mit seinem eigenen Weg, seinen Fragen und Erfahrungen. Deshalb möchte ich Euch heute ein wenig davon erzählen, was mich bewegt und wie ich zu den Themen gekommen bin, über die ich hier schreibe.

Mein Weg

dorthin war kein gerader. Mich hat das Leben eher auf Umwegen an den Punkt geführt, an dem ich heute stehe. Wenn ich zurückblicke, fühlt sich dieser Weg dennoch sehr stimmig an. Es war kein radikaler Bruch, kein lautes „Jetzt wird alles anders“. Vielmehr waren es viele kleine Schritte, ein behutsames Annähern an das, was mich im Innersten ausmacht.

Ich

bin verheiratet und Mutter von zwei inzwischen erwachsenen Töchtern. Diese Jahre waren erfüllt von Verantwortung, Nähe und Alltäglichkeit und zugleich von leisen Fragen:

  • Wer bin ich, wenn sich Rollen verändern?
  • Was bleibt, wenn sich das Tempo des Lebens verschiebt?
  • Möchte ich beruflich so weitermachen wie bisher?

Ursprünglich habe ich als Bankkauffrau gearbeitet. Ein Beruf, der Klarheit, Struktur und Verlässlichkeit verlangt. Eigenschaften, die ich bis heute schätze. Und doch wuchs über die Jahre eine stille Sehnsucht: nach mehr Tiefe, nach Sinn, nach einem anderen Zugang zu Menschen. Diese Sehnsucht kam nicht plötzlich. Sie war eher wie ein inneres Fragen, das immer deutlicher wurde.

So begann

mein Weg zum Ayurveda, später weiter zum Yoga und zur bewussten Arbeit mit dem Atem. Schritt für Schritt habe ich mich diesen Themen geöffnet. Nicht aus dem Wunsch heraus, etwas völlig Neues zu werden, sondern um dem näherzukommen, was längst in mir angelegt war.

Heute

begleite ich Menschen auf ihrem eigenen Weg. So, wie sie es brauchen. Und so, wie sie es zulassen können. Jeder Mensch bringt seine Geschichte, seine Prägungen und seine Möglichkeiten mit. Veränderung beginnt selten mit einem großen Vorsatz oder einem radikalen Entschluss. Meistens beginnt sie mit einem kleinen Moment der Ehrlichkeit und Achtsamkeit sich selbst gegenüber. Mit einem Innehalten. Mit der Frage: „Wie geht es mir wirklich?“

Ich verstehe

meine Arbeit als impulsgebend. Nicht drängend, nicht überstülpend. Ich vertraue darauf, dass jeder Mensch sein eigenes Tempo hat. Dass Entwicklung Zeit braucht. Dass Achtsamkeit nicht laut sein muss, sondern oft ganz leise beginnt. Im Atem, in einer neuen Gewohnheit, in einer bewussten Entscheidung im Alltag. Auch mein Schreiben hier im Blog ist aus einem solchen Prozess entstanden. Als Thomas und Susanne mich fragten, ob ich mir vorstellen könne, für Achtsamkeit4life zu schreiben, war meine erste spontane Antwort ein klares Nein. Ich konnte mir das nicht vorstellen. Doch dann stellte Thomas mir eine entscheidende Frage: Ob ich glaube, dass Ayurveda etwas mit Achtsamkeit zu tun hat.

Diese Frage konnte ich nur bejahen.

Denn Ayurveda ist für mich weit mehr als ein Gesundheitskonzept. Es ist eine Philosophie vom Leben, mit dem tiefen Verständnis, dass wir eingebunden sind in Rhythmen, in Naturgesetze, in das Zusammenspiel von Körper, Geist und Seele. Gleichzeitig ist Ayurveda erstaunlich pragmatisch. Er fragt nicht zuerst nach dem großen Ideal, sondern nach dem nächsten stimmigen Schritt im Alltag: Wie schlafe ich? Wie esse ich? Wie gehe ich mit meinem Atem um? Wo übergehe ich meine eigenen Grenzen? Diese Verbindung aus Weisheit und Alltagstauglichkeit berührt mich bis heute. Ayurveda lädt uns ein, achtsam wahrzunehmen – und dann konkret zu handeln. Nicht dogmatisch, sondern individuell. Nicht perfekt, sondern passend.

Genau das möchte ich hier teilen: eine Haltung, die Tiefe und Bodenhaftung verbindet. Gedanken und Impulse, die vielleicht berühren, vielleicht zum Nachdenken anregen – und vielleicht einen kleinen, ehrlichen Moment mit sich selbst ermöglichen.

Und manchmal beginnt genau dort Veränderung.

Eure Sibylle Schiller