Autorin:  Sylvia Funk • Dauer: 5 Minuten • 


Wenn das Leben herausfordernd ist. Wie Achtsamkeit hilft, die Lebensfreude nicht zu verlieren. Es gibt Phasen im Leben, da scheint die innere Sonne Urlaub genommen zu haben. Nichts fühlt sich leicht an, das Gedankenkarussell dreht Extrarunden, und selbst die sonst so heiß geliebte Tasse Kaffee schmeckt eher nach lauwarmem „Na ja“ statt nach genussvoller Freude.

Die meisten Menschen beginnen hier, sich vorzustellen, dass es anders sein müsste als es ist – dass sie sich selbst optimieren oder die Umstände sich ändern müssten. Dabei liegt der Schlüssel zur Rückkehr der inneren Sonne weniger im Optimieren oder Verändern als vielmehr in der Akzeptanz und im Annehmen dessen, was ist. Und dafür braucht es Achtsamkeit.

Warum Achtsamkeit gerade in herausfordernden Zeiten wichtig ist

In schwierigen Zeiten sind wir oft im Autopilot-Modus unterwegs. Wir funktionieren. Wir analysieren. Wir wälzen Gedanken. Was dabei oft untergeht ist das Spüren und das Innehalten. So verlieren wir die Verbindung zu uns selbst.

Achtsamkeit hilft uns dabei, wieder in Kontakt zu kommen – mit dem Moment, mit unseren Bedürfnissen, mit dem, was gerade wirklich da ist und damit mit uns selbst. Das ist kein esoterisches Gedöns, sondern praktische Selbstfürsorge. Eine Selbstfürsorge, die wir gerade dann brauchen, wenn das Leben uns fordert und eben nicht alles eitel Sonnenschein ist.

Aber wie kann es uns gelingen, diese Achtsamkeit in den Alltag zu integrieren, ohne dass es zusätzlichen Stress auslöst? Hierfür habe ich dir drei einfache Impulse, die sich ganz leicht in den Alltag integrieren lassen.

Drei achtsamkeitsbasierte Strategien für mehr Leichtigkeit und Lebensfreude im Alltag

1. Mini-Momente statt Maxi-Lösungen

Anstatt Stunden meditierend im Schneidersitz zu verbringen, schenke deinem System doch zwischendurch immer mal wieder bewusste Achtsamkeitsmomente und gönne deinem Verstand eine kleine Auszeit. Das kannst du tun, indem du beispielsweise:

• Beim Zähneputzen einfach nur putzt – ohne nebenbei an die Steuererklärung zu denken.
• Beim Spazierengehen das Handy stecken lässt – und stattdessen die Bäume begrüßt wie alte Bekannte.
• Bei deiner Tasse Kaffee oder Tee mal innehältst und riechst.

Die Freude liegt oft im Detail – man muss nur den Blick dafür freimachen.

2. Schließe Freundschaft mit dir selbst

Wenn’s dir schlecht geht, brauchst du keinen inneren Antreiber – sondern einen inneren Verbündeten. Jemanden, der sagt: „Kein Wunder, dass du gerade müde bist. Das ist o.k. Ich bin trotzdem für dich da.“
Achtsames Selbstmitgefühl bedeutet, sich selbst wahrzunehmen, wie eine gute Freundin oder einen guten Freund: Mit Wohlwollen, Geduld – und dem Wissen, dass auch das Schwere wieder vorbeigeht. Probiere es doch mal mit einer einfachen Geste: Lege deine Hand aufs Herz, schließe die Augen und sage dir leise: „Ich sehe, dass es dir gerade schwerfällt. Und ich bin bei dir.“ – Klingt banal? Ist heilsam. Versprochen.

3. Kreative Rituale statt starre Routinen

Wenn alles grau erscheint, braucht die Seele manchmal ein bisschen Farbe. Und nein – es muss kein Kunsttherapie-Workshop sein. Es reicht manchmal schon ein kleines, bewusst gewähltes Ritual:

• Ein Lied, das dich berührt – bewusst hören, nicht nebenbei.
• Jeden Abend eine Kerze anzünden und den Tag verabschieden.
• Täglich drei Dinge aufschreiben, die trotz allem schön waren.

Lebensfreude lässt sich nicht erzwingen – aber sie lässt sich einladen.

Mit kleinen Schritten zu großer Wirkung

Ein häufiger Irrtum ist anzunehmen, dass Lebensfreude bedeutet, ständig gut drauf zu sein. Das wäre ungefähr so realistisch, wie sich vorzustellen, dass es in Hamburg nie regnet. Tatsächlich ist Lebensfreude weniger ein Dauerzustand als vielmehr eine innere Haltung: Eine Offenheit dem Leben gegenüber, auch wenn es gerade nicht so besonders toll ist. Es ist die leise Entscheidung, sich selbst nicht zu verlieren. Es ist die Bereitschaft, auch im Nebel achtsam zu gehen – Schritt für Schritt, Moment für Moment. Und manchmal reicht schon ein einziger achtsamer Atemzug, um zu spüren: Ich bin noch da. Und ich bin lebendig.

Inspiration zum Mitnehmen

Am besten, du fragst dich heute nicht, wie du dein ganzes Leben umkrempeln sollst. Sondern einfach:

• Was ist gerade da – und darf einfach sein?
• Wo kann ich einem anderen Menschen ein kleines Lächeln ins Gesicht zaubern?

Die Antwort ist oft näher, als du denkst. Und vielleicht ist der Anfang von neuer Lebensfreude genau hier – mitten in all den Herausforderungen, die das Leben gerade so mit sich bringt.

Von Herzen alles Liebe

Deine Sylvia Funk