Autorin:  Jessica Granitza • Dauer: 5 Minuten • 


Wie lange noch? Meditieren – ja, aber wie lange? Stillsitzen ist nicht einfach. Sich auf eine Sache zu konzentrieren noch schwieriger. Unser Körper wird zappelig, unser Gehirn fängt an sich zu langweilen oder schafft es, uns im sogenannten Default Mode Network mit ich-bezogenen Geschichten zu unterhalten. Die ersten Monate kann Meditation eine rechte Tortur sein. Und dann taucht jedes Mal die Frage auf „Wie lange noch?“

Wie lange noch?

Dabei ist dem geneigten Leser sicher bekannt, dass die Gedanken an sich nicht das Problem sind. Das Problem entsteht, wenn wir uns an unsere Gedanken klammern und ohne es zu bemerken von einem Gedanken zum nächsten schweifen. Und dabei ganz vergessen, dass wir uns eigentlich auf unsere Atmung (oder auf was auch immer) konzentrieren wollten.

Die Tatsache, dass vermutlich ein Großteil derjenigen, die es mit der Meditation versucht haben, nicht dranbleibt, hat sicher auch mit dieser Tortur des Stillsitzens zu tun. Das Stillsitzen gefällt uns nicht, es fehlt an einer Dopaminausschüttung. Es kostet es Zeit und die haben wir ja auch nicht. Komischerweise mangelt es an jener Zeit jedoch anscheinend nicht mehr, wenn wir vor dem Fernseher „entspannen“, durch die sozialen Medien scrollen oder sonstigen Beschäftigungen nachgehen. Wir kennen das alle.

Gute Nachrichten

Wie auch immer, hier kommen die guten Nachrichten: Schon Amishi Jha berichtete von ihren Studienergebnissen, 12 Minuten Meditation am Tag seien demnach ausreichend. Nach vier Wochen gebe es messbare Erfolge (Amishi Jha: Peak Mind, 2022 ).

Nun will eine indische Forschergruppe herausgefunden haben, dass sich signifikante Veränderungen im Gehirn bereits nach 2-3 Minuten Achtsamkeitsmeditation einstellen – und zwar auch bei Meditationsanfängern. Die messbaren Veränderungen gehen einher mit einem signifikanten Anstieg der Alpha-, Theta- und Beta1-Leistung sowie eine Abnahme der Delta- und Gamma1-Leistung, deren Höhepunkt sich zwischen der 7. und 10. Minute zeige. Fortgeschrittene Meditierenden wiesen durchgängig höhere Theta und Theta-Alpha Leistungen im Vergleich zu den Anfängern auf.
(https://link.springer.com/article/10.1007/s12671-026-02790-1)

Fazit:

Die Forscher sehen eine wirksame Möglichkeit zur Steigerung des psychischen Wohlbefindens auch durch kurze Meditationseinheiten ab sieben Minuten täglich.

Und wenn sich die ersten fühlbaren Erfolge einstellen, klappt es auch mit der Motivation besser. In diesem Sinne – rauf auf`s Kissen!

Ihre Jessica Granitza