Autorin: Jessica Granitza • Dauer: 5 Minuten •
Wellness at Home … und Champagnerduschen.
Wie viele Dinge machen Sie eigentlich achtsam am Tag?
Damit meine ich, wie viele Tätigkeiten Sie bewusst und mit voller Aufmerksamkeit erledigen? Das ist gar nicht so einfach, wie wir wissen. Gerade bei Aufgaben, die wenig äußere Reize bieten, schaltet unser Gehirn schnell in das sogenannte Default Mode Network – einen Zustand, in dem wir in Gedanken und nur noch teilweise in der bewussten Wahrnehmung sind.
Doch genau hier liegt unsere Chance, mehr Achtsamkeit in unser Leben zu bringen: indem wir versuchen, uns einmal ganz der Sache zu widmen, mit der wir gerade beschäftigt sind, indem wir einer Tätigkeit unsere volle Aufmerksamkeit schenken und sie dadurch ganz neu erleben.
Das funktioniert beim Bügeln genauso wie beim Putzen, beim Haarekämmen oder beim Duschen.
Wellness at Home
Duschen ist ohnehin mein Lieblingsbeispiel.
Denn Duschen ist Wellness. Duschen ist ein Luxus.
Wie viele Menschen auf der Welt haben keine eigene Dusche? Wie viele können es sich überhaupt nicht leisten, regelmäßig duschen zu gehen – geschweige denn jeden Tag?
Und wie sieht es bei uns aus?
„Ich gehe schnell noch duschen, dann bin ich fertig.“
Schnell duschen? Einen solchen Luxus möglichst schnell hinter uns bringen? Eigentlich eine unglaubliche Verschwendung.
Champagnerduschen
Apropos Verschwendung: Neulich habe ich gelesen, dass die Stadt München sogenannte Champagnerduschen auf dem Oktoberfest verboten hat. Eine Flasche Champagner kostet dort ab fünftausend Euro, und es gab wohl Gäste, die so viel Freude daran hatten, den Champagner lieber regnen zu lassen, als ihn zu trinken, dass Mitarbeitende im Zelt stets Schirme für die anderen Gäste bereithielten.
Doch das ist nun leider nicht mehr möglich.
Doch zurück zu unserem deutlich günstigeren Luxus: der Dusche mit Wasser.
Dieser Luxus ist für viele von uns so selbstverständlich geworden, dass wir ihn kaum noch als solchen wahrnehmen. Vielleicht sehen wir ihn sogar eher als lästige Pflicht. Und wie oft sind wir unter der Dusche schon wieder im Default Mode Network, vielleicht sind wir in Gedanken schon beim Frühstück, indem wir uns fragen „Was esse ich?“ oder beim Aufbruch „Was muss ich heute alles einpacken?“, beim ersten Meeting, bei meiner To-Do-Liste oder beim gestrigen Abend.
Dabei ist Duschen die pure Wellness-Anwendung.
Wenn ich bewusst dusche, bewusst spüre, wie das Wasser über meinen Kopf und meinen Körper fließt, welche Temperatur und welchen Druck das Wasser hat, wie mein Körper auf dieses Wasser reagiert, ich mich je nach Bedarf aufwärme oder abkühle, welche Körperempfindungen und darüber hinaus vielleicht sogar Emotionen wie Geborgenheit oder Wohlseins durch das Duschen entstehen.
Und vielleicht benutze ich dazu noch Pflegeprodukte, an denen sich meine Sinne weiter erfreuen, wenn ich mir die Zeit nehme, in diesen Duft einzutauchen, diesen Duft bewusst wahrzunehmen, zu spüren, was dieser Duft vielleicht in mir auslöst, dann habe ich ein absolut perfektes Wellness-Erlebnis für alle Sinne.
Duschen ist also eine wunderbare Möglichkeit, mehr Bewusstsein und Genuss in mein Leben zu bringen und mit diesem positiven Gefühl in den Tag zu starten.
Das ist Meditation, ganz ohne zusätzlichen Zeitaufwand.
Egal, wo Sie gerade sind oder was Sie gerade tun: Tun Sie es bewusst.
Spüren Sie, was Sie gerade spüren.
Ihre Jessica Granitza






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