Autor: Ralph Heber • Dauer: 5 Minuten •
Eine der wichtigsten Übungen im Qigong und Tai Chi: Die QiGong Stehübung, auch Stehmeditation genannt.
Die Qigong Stehübung gehört zu den grundlegenden und wichtigsten Qigong Übungen überhaupt. In der Basisversion stehst du schulterbreit und mit parallel ausgerichteten Füßen. Deine Knie sind leicht gebeugt und die Zentren der Knie sind direkt über die Fußmitten ausgerichtet.
Ins Stehen kommen
Um dahin zu kommen, streckst du einmal deine Beine ganz durch und machst danach mit dem Becken eine Art Hock-Bewegung, als wenn du dich auf einen Hocker hinsetzen willst. Dein Becken kippt dabei leicht nach vorne, um dein Hohlkreuz möglichst zu begradigen. Richte dann als nächstes dein Skelett nach oben hin auf, als wenn du von oben durch einen Faden gehalten werden würdest. Wenn dir das gelingt, sollte es dir eine Art Leichtigkeitsempfinden, die so genannte Leichtkraft, vermitteln. Am aufgerichteten Skelett lässt du dann das ganze bewegliche Körpergewebe abhängen. Du lässt quasi die Schwerkraft auf das bewegliche Körpergewebe einwirken. In meinen Kursen beschreibe ich dies gerne als „Wäscheständer Ausrichtung“.
Dabei ist das Skelett der aufgestellte Wäscheständer und das bewegliche Körpergewebe, die noch feuchte bis nasse, frisch aus der Waschmaschine geholte Wäsche. Das Skelett ist in einer Aufrichtung, das bewegliche Körpergewebe hängt am aufgerichteten Skelett.
Dies sind die zwei gegensätzlichen Ausrichtungs-Vektoren, die eine Körperöffnung bewirken. Es gibt dabei verschiedene Arm und Handhaltungen mit unterschiedlichen Wirkungen. Bei der Basishaltung (siehe Bild) lässt du die Arme ganz natürlich an den Körper Seiten hängen und beugst deine Arme so, dass die Ellenbogen leicht links und rechts vom Körper weg zeigen. Damit öffnest du den Schulter-Nackenbereich seitlich. Du schiebst dein Kinn, leicht nach unten und hinten, um eine Aufrichtung des Kopfes zu gewährleisten.
Jetzt spürst du noch einmal der Aufrichtung des Skeletts nach und gleichzeitig dem so genannten „Sinkenlassens“ des Körpergewebes. Spüre jetzt, wie die Schwerkraft in den Füßen ankommt und dich stabilisiert. Lass deinen Atem ruhig und gleichmäßig fließen, indem du durch die Nase ein- und ausatmest und möglichst keine Atempause machst.
Körperscan
Mache jetzt einen möglichst einfachen Körperscan, in dem du von der höchsten Stelle des Kopfes in einem gemütlichen, langsamen Tempo von oben nach unten durch den Körper spürst. Bleibe dann etwas länger mit deinem spürbaren Körperempfinden in den Füßen.
Es gilt dabei das Prinzip: „die Energie folgt der Aufmerksamkeit“. Wenn du längere Zeit in den Füßen verweist, fließt auch dort deine Energie hin und dein Nervensystem kann sich stabilisieren und beruhigen. Die Qigong Standübung kann dein Nervensystem beruhigen, stabilisieren, Energie aus dem Kopf nach unten fließen lassen, und dir eine besondere Art der Kraft vermitteln.
Ich vermittle die Qigong Stand Übung in dem Qigong Basisseminar: die Energietore des Körpers öffnen.
Der nächste Termin dazu ist der 29./30. März. 2025
Wende dich gerne bei Fragen dazu an mich.
Dein Ralph Heber
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