Autorin: Susanne Schönmetz • Dauer: 5 Minuten •
Fülle – wenn wir erkennen, dass alles schon da ist. Das Wort „Fülle“ kann unterschiedliche Dinge für verschiedene Menschen bedeuten. Jeder wird es ein wenig anders beschreiben. Für eine Person ist Fülle eine Anhäufung von materiellen Dingen, von Erfolg, Anerkennung, mehr Erlebnisse, mehr von allem. Während eine andere Person nach Fülle des inneren Zustands strebt, nach der Fähigkeit den gegenwärtigen Moment wirklich zu empfangen.
Was fehlt?
Doch viele Menschen fühlen sich leer und haben das Gefühl, dass in ihrem Leben etwas fehlt. Wir leben in einer Welt die uns ständig erzählt, dass wir mehr brauchen, die uns vermittelt nicht genug zu haben und nicht genug zu sein. Und wir vergleichen uns mit anderen und machen deren Wünsche und Ziele zu den unseren. Dabei müssten wir uns nur Fragen was unser Herz zum Strahlen bringt um unseren eigenen Weg zu finden. Ganz oft verknüpfen wir Fülle mit Bedingungen. Erst wenn ich mehr Zeit habe kann ich entspannen. Wenn ich ein neues Haus habe bin ich glücklich. Wenn ich mein Ziel erreicht habe dann bin ich zufrieden.
Ziele – Wünsche – Träume
Das bedeutet nicht, dass wir keine Ziele und Wünsche haben sollten. Es bedeutet auch nicht, dass wir uns mit Situationen und Dingen abfinden müssen, die uns nicht guttun. Wir dürfen wachsen. Wir dürfen träumen. Wir dürfen uns verändern. Und gleichzeitig dürfen wir schon heute ganz erfüllt sein. Wir müssen nicht erst vollkommen entspannt, gesund, erfolgreich und glücklich sein um Fülle zu erfahren. Wir müssen nicht mehr werden oder mehr sein, sondern mehr von dem wahrnehmen was schon da ist.
Wann hast du dich das letzte Mal wirklich reich gefühlt? Nicht im Sinne von Besitz oder Geld. Sondern reich an Leben. Reich an Liebe. Reich an Atem. Reich an Zeit. Reich an den kleinen Momenten die dein Herz berühren.
Blickwinkel
Fülle beginnt dann, wenn sich unser Blickwinkel verändert. Fülle bedeutet, unser Bewusstsein zu ändern von dem, was uns fehlt, auf das was wir haben.
Jeder einzelne von uns erlebt Fülle und das jeden Tag. Oft ist es uns nur nicht bewusst und wir schenken dem was da ist zu wenig Wertschätzung. Es können die kleinen Dinge sein, an denen wir uns im Alltag erfreuen. Ein warmes Bett, die Sonnenstrahlen auf der Haut, das leckere Essen, Familie und Freunde die für uns da sind. Machen wir uns die Geschenke der Natur bewusst erfahren wir Fülle in jedem Moment. Wasser und Luft. Die Wärme, Energie und Licht durch die Sonne. Die Erde die uns nährt mit all ihren Früchten.
Fülle lässt sich nicht erzwingen. Sie entsteht, wenn wir aufhören dem Leben nicht mehr hinterherlaufen. Wenn wir uns erlauben in den gegenwärtigen Moment zu finden. Denn oft sind wir körperlich an einem Ort und mit unseren Gedanken schon wo ganz anders. Wir sitzen beim Essen und denken an die Arbeit. Wir sind im Urlaub an einem schönen Ort und planen bereits die nächste Unternehmung.
Yoga und Meditation
Yoga und Meditation sind ein perfektes Übungsfeld um uns zu öffnen für das was bereits da ist. Yoga holt uns immer wieder zurück ins „Hier und Jetzt“ und zu diesem Atemzug. Vielleicht kommen wir in eine ruhige Vorbeuge und spüren plötzlich unseren Atem. In einer herzöffnenden Übung öffnet sich unser Brustraum und wir spüren wieviel Raum schon da ist. Wir liegen in Shavasana und für einen Moment gibt es nichts zu erreichen. Wir spüren den Atem, der ganz selbstverständlich kommt und geht, die Erde die uns trägt und die Möglichkeit einen Atemzug bewusst zu erfahren.
Unser Atem
Unser Atem ist ein Geschenk der Fülle. Mit jedem Einatmen empfangen wir und mit jedem Ausatmen lassen wir los. Wir können den Atem nur für begrenzte Zeit festhalten. Das Leben funktioniert ähnlich. Das Leben ist Bewegung. Wir empfangen, wir geben wieder ab, wir halten fest, wir lassen los, wir verändern uns, wir beginnen neu. Fülle bedeutet nicht alles festzuhalten und zu bewahren was schön ist. Fülle bedeutet sich dem Fluss des Lebens anzuvertrauen.
Vielleicht beginnt alles mit einer Entscheidung. Die Fülle als Lebenshaltung. Ich möchte sehen was bereits da ist. Nicht morgen, nicht erst wenn alles leicht und gut ist, sondern heute, in diesem Moment und mit diesem Atemzug.
Eure Susanne Schönmetz






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