Autorin: Sylvia Funk • Dauer: 4 Minuten •
Schwerer als nötig. Machst du dir das Leben manchmal schwerer, als es sein müsste? Neulich stand ich im Supermarkt an der Kasse – eine Alltagsszene, die wohl jeder kennt. Mein Einkauf lag schon auf dem Band, vor mir packte eine Kundin in aller Ruhe ihre Waren ein. Hinter mir jedoch wurde gedrängelt. Eine Frau stapelte ihre Einkäufe hektisch auf das bereits volle Band und schob mir dabei immer wieder unbewusst ihren Einkaufswagen in den Rücken. Ihre Bewegungen wirkten verkrampft und fahrig, ihr Gesicht war angespannt.
Ich dachte mir: Wie schade, dass wir uns selbst das Leben manchmal so schwer machen. Nicht, weil es wirklich schwer wäre – sondern weil wir im Widerstand sind. Im Widerstand gegen das, was gerade ist.
Wo wir uns selbst das Leben schwer machen
Vielleicht erkennst du dich in manchen Momenten wieder?
- Wir wollen, dass es schneller geht.
- Wir ärgern uns über Dinge, die nicht so laufen, wie wir wollen.
- Wir schieben und drängeln – äußerlich oder innerlich – und merken gar nicht, dass wir uns selbst dabei überfordern.
Es ist nicht die Situation selbst, die uns belastet und Kraft kostet. Es ist unser Kampf dagegen.
Was passiert, wenn wir aufhören dagegen anzukämpfen?
Wenn wir die Dinge so annehmen, wie sie sind – mit all ihrer Unvollkommenheit, mit kleinen Verzögerungen, mit dem Unplanbaren – dann verändert sich etwas.
- Plötzlich wird es leichter.
- Unsere Energie bleibt bei uns.
- Und oft lösen sich die Dinge von ganz allein schneller, wenn wir nicht mehr verkrampft festhalten oder dagegen ankämpfen.
Zurück zur Situation im Supermarkt
Ich spürte den Druck, den die Frau hinter mir hatte. Den Druck, den sie mir mit ihrem Einkaufswagen unbewusst weitergab. Mir kamen Situationen in den Sinn, in denen es mir ähnlich ergangen war – gestresst, überfordert und genervt – und habe mich gefragt, was ich in diesem Moment gebraucht hätte.
So drehte ich mich dann einfach um und lächelte die Frau hinter mir freundlich und verstehend an. Und siehe da: Sie hielt inne, atmete, wurde ruhiger – und entschuldigte sich sogar. Ein kleines Lächeln hatte ausgereicht, um den Druck etwas aus ihrer Situation zu nehmen.
Eine Einladung
Wie wäre es, wenn wir alle ein wenig mehr Rücksicht und Nachsicht entwickeln – für uns selbst und für andere? Vielleicht würden wir entdecken, dass das Leben gar nicht so schwer ist, wie es sich manchmal anfühlt. Vielleicht könnten wir uns gegenseitig ein Stück mehr Leichtigkeit schenken anstatt uns zu be-schwer-en.
Vielleicht magst auch du dich fragen: Wo mache ich mir das Leben unnötig schwer – und wie könnte ich stattdessen mit mehr Gelassenheit und Akzeptanz für mich selbst und für andere reagieren? Denn Leichtigkeit entsteht nicht, wenn alles perfekt läuft. Sie entsteht, wenn wir das Unperfekte annehmen. Dazu lade ich uns alle ein.
Alles Liebe
Deine Sylvia Funk






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